Aktuell: ad libitum 2021/22

8. Kompositionswettbewerb der Winfried Böhler Kultur Stiftung und des Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg e.V.

ad libitum - digitale Version

Junge Akteur:innen für drei Uraufführungen beim Festival "Der Sommer in Stuttgart" 2022 gesucht

Wie man auch ohne Musikinstrument musizieren und dabei die vielen digitalen Errungenschaften nutzen kann, die während der Pandemie entstanden sind – das war das Thema des 8. ad-libitum-Kompositionswettbewerbs, den die Winfried Böhler Kulturstiftung zusammen mit dem Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg ausgeschrieben hatte. Entstanden sind drei spannende Projekte, die nun ihre jungen Akteur:innen suchen.
Herzliche Einladung an Kinder und Jugendliche von 8 bis 19 Jahren mit oder ohne musikalische Vorkenntnisse, diese Werke zusammen mit den Komponist:innen zu entwickeln und beim Festival DER SOMMER IN STUTTGART vom 21. bis 24. Juli 2022 im Theaterhaus Stuttgart uraufzuführen.

Damit reagiert der Wettbewerb auf die pandemische Situation und die vielfältigen medialen Möglichkeiten, die im Laufe der letzten Monate entwickelt wurden. Die Ausschreibung suchte demnach speziell nach Arbeiten und Projekten, die um die Themen Digitalität und virtuelle Räume kreisen und sie künstlerisch ausloten. Gewünscht waren v.a. genuine Konzepte für z.B. Online-Stücke, die das Internet und/oder eine damit verbundene digitale Produktion als Instrument, Rahmen und Möglichkeitsraum begreifen. Wie sehr diese Konzepte das Instrumentalspiel der Musiker:innen einbeziehen oder auf rein digitale Klangerzeugung fokussieren, war freigestellt. Die Stücke sollten sich an junge Musiker*innen ab 12 Jahren richten, einschließlich Vorstudent:innen an Musikhochschulen.

Anhand dieser Kriterien wählte die fünfköpfige Jury folgenden Preisträger:innen aus:

Bertrand Chavarría-Aldrete: Sc(herz)o infinito

Für seine insgesamt 80 Miniatur-Kompositionen mit unterschiedlich großen Besetzungen (solo, etc. bis zu Gruppen mit elf Personen) hat sich Bertrand Chavarría-Aldrete von dem Bild „Die Kinderspiele“ inspirieren lassen, gemalt um 1560 von dem flämischen Maler Pieter Bruegel. Was er ins Bild setzte, übersetzt Chavarría-Aldrete in rhythmisch-musikalische Aktionen.
Zum Einsatz kommen Stimmgeräusche, Gesang, das Spielen von Musikinstrumenten oder Objekten, die als Instrumente fungieren. Außerdem können Klangobjekte selbst hergestellt werden. Alle Beteiligten machen Videos von ihren Aktionen, die der Komponist schließlich zu einem klingenden Bild nach dem Vorbild Bruegels zusammensetzt.

Bertrand Chavarría-Aldrete
© Tommaso Tuzj

Gesucht werden Kinder/Jugendliche im Alter von 8-15 Jahren. Die Zahl der Teilnehmenden ist unbegrenzt. Das Projekt eignet sich besonders für Schulen und Musikschulen, für Kinder- und Jugendhäuser. Musikalische Vorkenntnisse können vorhanden sein, müssen aber nicht. Der Partiturtext wird auf Englisch sein.
Geschätzter zeitlicher Aufwand: Individuell, da die Videos in Eigenregie beispielsweise in der (Musik-) Schule oder im Kinder-/ Jugendhaus entstehen.

Dorothea Koch und Alicia Ryes: Onions and Nuts

Dorothea Koch
© Chira Tane

Dorothea Koch und Alicia Ryes haben als Kompositions-Duo ihre Idee Onions_&_Nuts beim Wettbewerb eingereicht. Gemeinsam mit jugendlichen Performer:innen wollen sie den PC zum Hauptinstrument umgestalten und über die veränderte Selbstdarstellung und -wahrnehmung reflektieren, die sich durch die Corona-bedingte Isolation und den verstärkten Einbezug der Online-Plattformen ergeben haben.

Gesucht werden zwei 16 Jahre alte Spieler:innen, die über einen Facebook-Account verfügen. Die Mitwirkenden werden über einen Video-Call am eigenen PC miteinander verbunden.
Geschätzter zeitlicher Aufwand: Drei Videocalls und zwei analoge Treffen. Arbeitssprache englisch.

Alicia Ryes
© Nicolas Desmars

TrioNONtrio: TEILKÖRPER – Das Werk als Raum-Instrument

Marie-Luise Calvero, Eunhyae Im und Maximiliano Soto Mayorga, formiert als TrioNONtrio haben mit ihrer Idee TEILKÖRPER – Das Werk als Raum-Instrument überzeugt. Es handelt sich dabei um ein kybernetisches multimediales Konzept für kollektive Musik und visuelle Kunst in Echtzeit. Das Stück wird für 3 bis 10 Interpret:innen mit oder ohne Musikkenntnisse geeignet sein. Den Interpret:innen gibt das TrioNONtrio ein eigens entwickeltes virtuelles Instrument in die Hände, das via Internet von verschiedenen Computern aus bespielt wird.

TrioNONtrio: Marie-Luise Calvero, Eunhyae Im und Maximiliano Soto Mayorga
© Marie-Luise Calvero/Sebastián Gómez

Gesucht werden drei bis zehn Performer:innen ab 12 Jahren mit guten Computerkenntnissen. 
Geschätzter zeitlicher Aufwand: Fünf virtuelle Treffen – ein Workshop mit den Teilnehmenden, zwei Treffen für eigene Komposition, Improvisation.

Jury, Einstudierung und Uraufführung

Die Einstudierung geschieht eigenverantwortlich und auf Initiative der Komponist*innen mit ihren Partner-Interpret*innen bzw. Ensembles. Diese werden durch die Komponist:innen nach Vermittlung durch das Netzwerk eigenständig kontaktiert. Je nach Beschaffenheit des Werks halten wir uns eine Realisierung mit unterschiedlichen Teilnehmenden offen. Das Netzwerk Neue Musik fungiert als Ansprechpartner und Koordinator des Wettbewerbs, eine ausführliche Kommunikation wird gewünscht.

Die Werke sollen ab Frühjahr 2022 mit den Interpret:innen erarbeitet werden. Die zu erarbeitenden Werke werden beim Festival DER SOMMER IN STUTTGART vom 21.-24.7.2022 in Stuttgart (ur)aufgeführt werden. Das definitive Format hierfür gilt es – in Abhängigkeit von der Pandemielage – noch festzulegen. Dazu stellen die Kooperationspartner sowie das Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg ihre Möglichkeiten der Veröffentlichung, Bewerbung und Pressearbeit für die Veranstaltungen zur Verfügung.

Informationen zur Anmeldung

Den vollständiger Ausschreibungstext finden Sie zum Download hier.

Anmeldefrist
Bis zum Montag, den 18. April 2022 können sich Kinder und Jugendliche für die Realisierung dieses Projekts anmelden. 

Kontakt für Anmeldung und bei Fragen
Annika Knapp (Netzwerk Neue Musik bei Musik der Jahrhunderte)
Mail annika.knapp@mdjstuttgart.de
Telefon 0711 62 90 515

Preisgeld gestiftet von

Das Netzwerk Neue Musik wird gefördert durch das Sonderprogramm
„Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten“

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